Am Mittwochabend duellierte sich die HSG Blomberg-Lippe mit der HB Ludwigsburg. Am 21. Spieltag und dem gleichzeitig letzten Heimspiel der Hauptrunde in der Handball Bundesliga Frauen sicherte sich die HBL Ludwigsburg die zwei Punkte, während die HSG damit ihre erste Heimniederlage in der Bundesliga kassierte. Beste Werferin der Partie für die HSG war Ida Hoberg mit fünf Treffern.
Mit dem Tabellenführer auf Augenhöhe
Drei Tage nach dem sensationellen Einzug in die EHF Finals sah sich die HSG vom amtierenden Pokalmeister gefordert. Für das letzte Heimspiel in der Ligarunde der Handball Bundesliga Frauen schickte Steffen Birkner Alexia Hauf, Andrea Jacobsen, Ida Hoberg, Laetitia Quist, Lisa Rajes, Maxi Mühlner sowie Melanie Veith in die Partie. Eine in den ersten Minuten von Fehlern geprägte Partie eröffnete die HB Ludwigsburg mit dem Treffer von Anne With Johansen. Die Ludwigsburger Abwehr durchbrach erst Hoberg das erste Mal nach über drei Minuten, scheiterte aber mit Nicole Roth. Der HBl-Express rollte durch die Ulmenallee, in der in der laufenden Saison bisher nur Siege eingefahren werden konnten. Diese Serie wollte der Hauptrundenerste brechen und zeigte dabei die offensive Deckung, welche Andrea Jacobsen zu ihren Gunsten nutzte und das 1:4 erzielte. Nur Sekunden später folgte Rajes mit ihrem Gegenstoßtreffer. Die HSG schien damit im Spiel angekommen zu sein. Xenia Smits und Co. unterliefen zudem ebenfalls erste Fehler im Aufbauspiel, die die Blombergerinnen in Person von Mühlner zu nutzen wussten. Nach fünf Minuten ohne Treffer war die HSG im Spiel durch Haufs Gegenstoß zum 4:5 endgültig angekommen. Rajes ließ die Ulmenallee noch einmal lauter werden, als die Rechtsaußen den Ball laute und selbst ins leere Tor traf. Trotz des mutigen Verteidigens schaffte Antje Döll den Zug in Richtung Veiths Tor und brachte mit ihrem ersten Treffer der Partie den Pokalsieger wieder in Führung. Die Blombergerinnen hielten den Anschluss und hätten durch Jacobsens Durchbruch sogar nach 15 Minuten das erste Mal in Führung gehen können. Die Isländerin scheiterte zwar an Roth, sah jedoch Mühlner am Kreis, die die HSG beim 10:9 in Front war. Dazu parierte Veith gegen Veronika Mala und ließ die Ulmenallee beben. Auch ohne Nieke Kühne fanden die Blombergerinnen um das Rückraumtrio Quist, Jacobsen und Hober ihre Chancen gegen eine aggressive Abwehr. Während Quists Zeitstrafe agierten die Blombergerinnen mit drei Rechtshänderinnen im Rückraum. Jacobsen fand ihre Lücke und stellte beim 12:10 auf die erste Führung mit zwei Treffern. Die Unterzahl überstanden die Blombergerinnen damit ohne Gegentreffer. Der Tabellenführer kämpfte sich wieder an die Gastgeber heran, doch Veith blieb im Siebenmeterduell gegen Mareike Thomaier die Siegerin, während Frey mit einem Schlagwurf zum 14:12 einnetzte. Viola Leuchter und Mala glichen kurz vor der Halbzeit noch einmal aus, sodass es mit einem ausgeglichenen 14:14 in die Kabinen ging.
HSG gehen die Körner aus
Die HSG knüpfte beinahe nahtlos an die Leistung der ersten Halbzeit an. Veith parierte, Hoberg traf und Dorottya Faluvégi ließ nur den Pfosten vibrieren. Dazu netzte Jacobsen sehenswert ins obere Eck ein. Auch in erneuter Unterzahl nach Rüffieux‘ Zeitstrafe behielt die HSG die Ruhe und schaffte über Hoberg das 17:15. Erneut blieb man in Unterzahl ohne Gegentor, sodass die wiedergekehrte Rüffieux den Pass von Hoberg bekam und das 18. HSG‑Tor erzielte. Ludwigsburg ließ sich weiterhin nicht abschütteln und verkürzte wieder auf einen Treffer. Über die ehemalige Blombergerin Xenia Smits erspielte sich Ludwigsburg den Ausgleich zum 18:18. Die eingewechselte Johanna Bundsen startete ihre Partie mit der Gegenstoßparade gegen Hauf und verhinderte die erneute Führung der Nelkenstädterinnen. Das bisher so schnelle Spiel geriet ins Stocken, als keines der beiden Teams über drei Minuten ein Tor erzielte. Eine kämpferische Abwehr sicherte sich den Ball, doch wieder blieb das Tor auf der HSG-Seite aus. Erst Leuchter fand zum Torabschluss und brachte die Gäste wieder in Führung. Mit dem Strafwurf von Karolina Kudlacz-Glöoc wollte die HBL die Führung ausbauen, doch Zoe Ludwig blieb im Duell die Siegerin. Mit Schwung traf Hoberg zum 19:19. Neben Ludwig stand immer wieder Melanie Veith im Weg der Ludwigsburger Würfe und zeigte nach 45 Minuten 11 Paraden. Im Angriff glänzte Hoberg weiterhin, die mit ihrem fünften Tor wieder einen Puffer von zwei Treffern erspielte. Diesen egalisierte Thomaier per Siebenmeter. In die Crunchtime ging es damit mit einem Unentschieden. Zwar überstand das Team von Steffen Birkner die Unterzahl ohne Gegentor, doch vorne blieben die Tore für die Blombergerinnen aus. Ludwigsburg erspielte sich beim 22:24 die Führung und blieb in den letzten Minuten ganz souverän. Damit endet die „Ungeschlagen-Serie“ der HSG an der Ulmenallee mit einem 24:27.
Stimme zum Spiel:
„Wir zeigen über die Partie eine starke Willensleistung und können uns auf eine starke Melanie Veith verlassen. Vorne greifen wir mutig an, machen deswegen dann aber vielleicht zu viele individuelle Fehler, die Ludwigsburg bestraft. Bis zum Ende haben wir alles investiert, doch am Ende sind uns vielleicht die Körner etwas ausgegangen. Immerhin haben wir die HBL an den Rand einer Niederlage gebracht“, fasst Cheftrainer Steffen Birkner die Partie zusammen.
Laura Rüffieux blickt auf die erste Bundesliga-Heimniederlage zurück: „Uns haben die extra Körner gefehlt, vielleicht dazu auch noch die Erfahrung, die Ludwigsburg so stark macht. Ich bin trotzdem stolz auf die Mannschaft. Wir haben heute das Bestmögliche herausgeholt."
Aufstellungen:
HSG Blomberg-Lippe: Ludwig, Veith; Rüffieux (2), Jacobsen (3), Quist (3), Frey (1), Hoberg (5), Rajes (4), Vegué (3), Jaron, Mühlner (2), Tietjen, Hauf (1)
HB Ludwigsburg: Bundsen, Roth; Thomaier (3), Gassama (1), Döll (1), Leuchter (2), Klemencic, Kudlacz-Gloc (1), Johansen (3), Hvenfelt, Smits (8), Behrend (1), Nestaker (3), Faluvégi, Malá (4)
Foto: Matthias Wieking