Blomberg (red). Mit dem Finaleinzug gegen den THC im Rücken reisten die Blombergerinnen zum zweiten Mal in dieser Saison nach Dortmund in die Sporthalle Wellinghofen. Gegen den BVB unterliegen die Blombergerinnen in der ersten Partie der Finalserie mit 28:27 (14:17). Beste Torschützin der HSG war Nieke Kühne mit acht Treffern. In genau einer Woche wollen die Blombergerinnen die Finalserie gegen den BVB an der heimischen Ulmenallee ausgleichen.
Starke Halbzeit in Wellinghofen
Zur letzten Auswärtsreise der Saison machten sich die Blombergerinnen auf den Weg zum NRW-Duell nach Dortmund. Dort konnte Steffen Birkner auf den kompletten Kader zurückgreifen. Auch die wieder genesene Nuria Bucher stand wieder zur Verfügung, nachdem sie das Halbfinale in der vergangenen Woche gegen den Thüringer HC verpasst hatte. Beim BVB kehrte zudem Sarah Wachter zwischen die Pfosten zurück, die bereits beim Aufeinandertreffen im April an der Ulmenallee gefehlt hatte.
Die HSG begann mit Melanie Veith, Alexia Hauf, Nieke Kühne, Elín Magnúsdóttir, Díana Magnúsdóttir, Farrelle Njinkeu und Maxi Mühlner. Bis auf Amber Verbraeken und Marie Michalczik war die Bank komplett besetzt. BVB-Cheftrainer Henk Groener vertraute zum Auftakt unter anderem auf Alina Grijseels, Guro Nestaker und Deborah Lassource. Den ersten Treffer der Partie erzielte jedoch Vollebregt für die Gastgeberinnen. Die Niederländerin antwortete damit direkt auf das erste HSG-Tor durch Kühne, sodass bereits nach zwei Minuten drei Treffer gefallen waren.
Zwar unterlief Kühne wenig später der erste technische Fehler, doch Mühlner stoppte Vollebregt im Gegenzug stark in der Defensive. Auch Veith war früh zur Stelle und verhinderte zunächst das 3:1 für den BVB. Offensiv fanden die Blombergerinnen zunächst noch nicht richtig ins Spiel und mussten zusätzlich die erste Zeitstrafe gegen Díana Magnúsdóttir hinnehmen. Nach einer kurzen torlosen Phase brachte Kühne die HSG wieder auf 2:3 heran, während Dortmund die Überzahl ungenutzt ließ.
Nun kam Blomberg besser in die Partie. Elín Magnúsdóttir erzielte den Ausgleich, Díana Magnúsdóttir legte wenig später zum 4:4 nach und holte zusätzlich eine Zeitstrafe heraus. Die HSG nutzte die Überzahl konsequent aus: Magnúsdóttir traf erneut und brachte Blomberg beim 5:4 erstmals in Führung. Spätestens jetzt fanden die Gäste ihren Rhythmus. Angeführt von einer starken Melanie Veith setzte sich die HSG auf 7:4 ab und präsentierte sich im Angriff deutlich sicherer als noch zu Beginn. Gemeinsam mit ihrer Defensive verhinderte Veith immer wieder den Anschluss der Dortmunderinnen.
Auch ein frühes Timeout von Groener änderte zunächst wenig. Blomberg blieb stabil, Njinkeu holte einen Siebenmeter heraus und Vegué verwandelte sicher. Kühne erhöhte anschließend mit einem Doppelpack auf 12:9. Immer wieder erarbeitete sich die HSG Ballgewinne in der Defensive und nutzte ihre Chancen konsequent. Magnúsdóttir stellte wenig später erstmals auf vier Tore Vorsprung.
Selbst die zweite Zeitstrafe gegen Mühlner brachte den Lauf der Blombergerinnen nicht ins Stocken. Dortmund konnte weder die Überzahl noch einen Strafwurf nutzen, da Lassource nur den Pfosten traf. Stattdessen zog die HSG weiter davon: Njinkeu traf acht Minuten vor der Pause zum 14:9. Besonders die starke Defensive zeigte, warum Blomberg in dieser Bundesliga-Saison die wenigsten Gegentore kassiert hatte. Der BVB fand nur selten Lösungen gegen die aggressive Abwehrarbeit der Gäste. Trotz des hohen Tempos auf beiden Seiten blieb die HSG spielbestimmend. Kurz vor der Halbzeit hatte Kühne sogar die Chance auf den nächsten Treffer, scheiterte jedoch an der inzwischen eingewechselten Szikora. Dennoch gingen die Blombergerinnen mit einer verdienten 17:14-Führung in die Kabine.
BVB macht Druck und knackt die Defensive
Für Melanie Veith rückte zur zweiten Halbzeit Nicole Roth zwischen die Pfosten. Zudem vertraute Steffen Birkner zunächst weiter seiner Startformation, lediglich Vegué war bereits vor der Pause regelmäßig aufs Feld gekommen. Die zweiten 30 Minuten begannen für die Blombergerinnen allerdings denkbar ungünstig: Díana Magnúsdóttir traf Szikora mit ihrem Wurf im Gesicht und kassierte dafür direkt eine Zeitstrafe.
Doch auch davon ließ sich die HSG zunächst nicht aus dem Konzept bringen. In der Defensive eroberte Blomberg direkt den Ball und schloss den Gegenangriff über Njinkeu erfolgreich zum 18:14 ab. Wenig später provozierte die HSG-Abwehr den nächsten technischen Fehler der Dortmunderinnen, konnte den Ballgewinn jedoch nicht nutzen, da Magnúsdóttir im Angriff ein Schrittfehler unterlief.
Der BVB kämpfte sich nun Stück für Stück zurück ins Spiel. Vor allem die Dortmunder Defensive stellte die HSG zunehmend vor Probleme, während Szikora immer besser ins Spiel fand. Gleichzeitig wartete Roth im Siebenmeterduell gegen Grijseels weiterhin auf ihre erste Parade. Dortmund nutzte die Phase konsequent aus und glich mit einem 4:0-Lauf zum 18:18 aus. Nach sechs Minuten in der zweiten Halbzeit reagierte Birkner deshalb mit einer Auszeit.
Doch auch danach blieb der BVB am Drücker. Szikora schien das Tor nun beinahe zu vernageln und parierte unter anderem stark gegen Njinkeu im Gegenstoß. Über Vollebregt gingen die Gastgeberinnen anschließend erstmals wieder in Führung. Diesmal fand die HSG allerdings direkt die passende Antwort: Jacobsen erzielte den ersten Blomberger Treffer seit sieben Minuten. Kurz darauf brachte Birkner für den nächsten Siebenmeter Lepschi zwischen die Pfosten, die prompt die mögliche Dortmunder Führung verhinderte. Dennoch schlichen sich bei der HSG nun zu viele Fehler ein, unter anderem ein weiterer Ballverlust im Angriff. Als Njinkeu zusätzlich eine Zeitstrafe kassierte und Egeling für den BVB traf, lagen die Blombergerinnen nach nur zwei eigenen Treffern in den ersten elf Minuten der zweiten Halbzeit erstmals seit der Anfangsphase wieder mit zwei Toren zurück. Rüffieux durchbrach die schwierige Phase schließlich und verkürzte mit ihrem Treffer auf 20:21. Wenig später gelang der HSG auch wieder der Ausgleich, woraufhin nun Groener seine Auszeit nahm.
In der Schlussphase entwickelte sich ein intensiver Schlagabtausch auf Augenhöhe. Mehrfach wechselte die Führung, ehe Rüffieux wenige Minuten vor dem Ende noch einmal zum 26:25 für die HSG traf. Doch Dortmund antwortete erneut und ging kurz vor Schluss wieder in Führung. In den letzten Sekunden erhielt Vegué nach einem Foul noch die Chance per Siebenmeter auszugleichen. Die Blomberger Linksaußen scheiterte jedoch an Sarah Wachter. Damit sicherten sich die Dortmunderinnen den Sieg im ersten Spiel der Finalserie. Bereits in der kommenden Woche hat die HSG an der heimischen Ulmenallee die Chance, die Serie auszugleichen und ein entscheidendes drittes Spiel um die Meisterschaft zu erzwingen.
„Das war ein riesiger Kampf von beiden Mannschaften, das zeigt auch das Ergebnis. Am Ende stand die Partie auf Messers Schneide. Wir brauchen weiterhin zwei Siege und wollen das mit unserer Heimkulisse schaffen“, fasste Laura Rüffieux die knappe Niederlage zusammen.
Aufstellungen:
Borussia Dortmund: Roncevic, Szikora, Wachter; Grijseels (5), Kusian, Antl, Van Maurik, Nielsen, Lassource (2), Husebo,Olsson (2), Vollebregt (6), Nestaker (9), Egeling (2), Bleckmann (2), Menne
HSG Blomberg-Lippe: Veith, Lepschi, Roth; Rüffieux (2), Jacobsen (3), D. Magnúsdóttir (3), Kühne (8), Mühlner (1), Vegué (3), Jaron, Bucher, Tietjen, Sandberg, E. Magnúsdóttir (2), Hauf (2), Njinkeu (3)
Foto: Timon Peters