Mittwoch, 08. Mai 2019 08:29 Uhr

GRÜNE werben für Gemeinwohlökonomie: „Wir haben nur eine Erde und die wollen wir für unsere Kinder bewahren.“

Kreis Höxter (red). Leben und Wirtschaften im Einklang mit unserer Umwelt und mit uns selbst, mit unserer Gesellschaft, mit der Zukunft unserer Kinder. Dieses Ziel eint eine übergroße Mehrheit in unserem Land. Ein gangbarer Weg zu einer solchen allumfassenden Nachhaltigkeit bietet das Konzept der Gemeinwohlökonomie. Das machen Albrecht Binder und Jan Ovelgönne auf einer Veranstaltung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Kreis Höxter zum verträglichen Wirtschaften deutlich. Beide Fachleute sind vom Konzept der Gemeinwohlökonomie überzeugt. Der Steinheimer Albrecht Binder arbeitet mit seiner Apotheke nach den Prinzipien der Gemeinwohlökonomie und verantwortet zudem das LEADER-Projekt Gemeinwohlregion Kreis Höxter. Jan Ovelgönne aus Arnsberg ist Sozialarbeiter und wirbt derzeit als Europawahlkandidat der GRÜNEN für die Idee der Gemeinwohlökonomie. 

„Einfach gesagt geht es darum, die Werte, die in unserem menschlichen Miteinander gelten, auch auf unser wirtschaftliches Handeln zu übertragen“, beschreibt Albrecht Binder die Grundidee der Gemeinwohlökonomie: „Menschenwürde, Transparenz, Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit. Durch entsprechende Änderungen im Steuersystem kann unter Beibehaltung der Marktwirtschaft gesellschaftlich erwünschtes nachhaltiges Wirtschaften belohnt werden.“ Jan Ovelgönne ergänzt: „Wohlstand ist viel mehr als materieller Wohlstand. Das gilt im persönlichen Leben, aber eben auch gesellschaftlich. Und das hat politische Auswirkungen. Denn Wohlstand ist das Ziel von Politik.“ Ein nachhaltiges Wohlstandsverständnis habe auch eine europäische, sogar eine globale Dimension, macht der Europawahlkandidat deutlich. „Zugleich ist das Handeln von unten wichtig, das Handeln der Einzelnen und das Handeln der Kommunen. Deswegen begrüße ich außerordentlich, dass der Kreis Höxter sich auf den Weg macht, das Konzept der Gemeinwohlökonomie auf seinen Wirkungsbereich anzuwenden.“ 

Albrecht Binder erinnert daran, dass die Politik in Steinheim sich einmütig dafür ausgesprochen hatte, gemeinwohlorientierte Kommune zu werden. Damit sei ein basisdemokratischer Diskussionsprozess eingeleitet worden, auf den sich jetzt auch der Kreis Höxter einlässt. „Die Bevölkerung ist weiter, als das die Regierenden unterstellen. Immer mehr Menschen wissen, dass unsere Art des Wirtschaftens sich überlebt hat und keine Zukunft bietet“, sieht Jan Ovelgönne die Zeit gekommen, nachhaltige Wege endlich auch entschieden anzupacken. „Dabei ist auch Europa oft fortschrittlicher, als das in Deutschland im allgemeinen so wahrgenommen wird“, pflichtet Albrecht Binder ihm bei. 

Anhand seines eigenen Betriebs stellt Albrecht Binder dar, wie die konkrete Umsetzung funktioniert. Alle Aspekte des wirtschaftlichen Handelns werden bezüglich ihrer ökologischen, sozialen und ökonomischen Nachhaltigkeit nach objektiven Kriterien durch externe Fachleute bewertet. Dieses Ergebnis, die Gemeinwohlbilanz, zeigt dem Unternehmen seinen Handlungsbedarf, es wird zugleich aber auch öffentlich gemacht. Der Aufwand sei vertretbar, findet Albrecht Binder, zumal er höchst sinnvoll sei.

„Wir in Deutschland haben aktuell bereits alles verbraucht, was uns unser Land in einem Jahr an Lebensgrundlagen bieten kann. Dabei ist erst ein Drittel des Jahres um“, macht Ricardo Blaszczyk, Sprecher der GRÜNEN im Kreis Höxter, als Moderator noch einmal die Dramatik der Situation deutlich. „Anders gesagt: So, wie wir derzeit leben, verbrauchen wir die dreifache Menge dessen, was uns zur Verfügung steht. Würden alle Menschen so verschwenderisch leben wie wir, bräuchten wir drei Erden.“ Angesichts dieser eindringlichen Bestandsaufnahme fasst Jan Ovelgönne zusammen: „Nach dem Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit ist es jetzt höchste Zeit, ein neues Wunder zu schaffen: ein Nachhaltigkeitswunder.“ Damit werden die zustimmenden und inspirierten Teilnehmenden in ihren Alltag entlassen, die Idee der Gemeinwohlökonomie weiter zu verbreiten und an ihrer Umsetzung mitzuwirken.

Foto: Grüne

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